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Das Berufsbild des Social Media Managers stirbt NICHT

Quelle: blitzmaerker  / pixelio.de

Quelle: blitzmaerker / pixelio.de

In den letzten Tagen und Wochen habe ich im Web mehrfach die Aussage gelesen, dass das Berufsbild des Social Media Managers sowieso bald stirbt. Einige gute Blog-Beiträge zu dem Thema wurden auch schon verfasst, beispielsweise von Michaela Brandl oder Vivian Pein. Dort wurden auch schon viele aus meiner Sicht richtige und wichtige Punkte angesprochen. Am Sonntag wird CortexTV dazu auch eine Diskussionsrunde veranstalten, auf die ich sehr gespannt bin.

Aber warum geschehen diese digitalen Nachrufe auf das Berufsbild? Generell ist es natürlich ein Trend, Dinge tot zu reden bevor sie sich überhaupt in der Realität richtig etabliert haben. Parallel kann man das auch an Facebook sehen, hier haben die guten Aktienkurse die Masche perfekt als Polemik entlarvt. Das Problem aus meiner Sicht: Nutzer verwechseln den Wandel, den die Zeit mit sich bringt mit einem Sterben eines Produktes oder Themas. Das ist auch beim Berufsbild Social Media Manager so: Es wandelt sich. Tot ist es deswegen nicht.

Social Media ist normal

Social Media ist im Jahr 2014 definitiv in der Realität angekommen, jeder der im Marketing arbeitet und nicht hinter dem Mond lebt kennt den Begriff und jeder kann etwas damit anfangen. Das wird auch als Hauptargument verwendet um das Berufsbild gleich wieder zu vergraben: Jeder Marketingmensch müsse heute Social Media können, es gehört zur digitalen Klaviatur. Und das stimmt auch. Aber: Das Thema Marketing ist viel zu kompliziert, um in jedem Bereich perfekt Bescheid zu wissen. Selbst der Teilbereich “Digital” ist so vielseitig, dass ein einzelner Mensch unmöglich in allen Bereichen ein Experte sein kann. Egal ob Social Media, SEO, Mobile, E-Mail-Marketing, Performance Marketing – in jedem Bereich gibt es Experten. Und im Social Media Bereich ist das der Social Media Manager.

Selbst wenn in 5 Jahren in einem Unternehmen alle Mitarbeiter perfekt mit Social Media umgehen können, so wird der entsprechende Social Media Manager nicht überflüssig. So tief wie er können sich die anderen Kollegen mit der Thematik gar nicht beschäftigen – gerade das Social Web wandelt sich so schnell und es kommen stets neue Entwicklungen dazu.

Definition des Berufsbildes

Ein Problem, dass ich aktuell leider immer noch verstärkt sehe ist die Begriffsschärfe im Vergleich zu anderen Berufsbildern. Auch wenn das Berufsbild vom Bundesverband für Community Management sehr gut definiert wurde (Disclaimer: Ich bin selbst Mitglied im BVCM, die Berufsbilder wurden aber vor meinem Beitritt ausgearbeitet), so findet es in der Praxis immer noch nicht überall Anwendung. Oft sollen Social Media Manager auch Community Management machen oder andere Bereiche bearbeiten, die mit Social Media im Kern nichts zu tun haben. Viele Unternehmen suchen also eigentlich gar keinen Social Media Managern, sondern vielleicht einen SEO Experten, einen digitalen Projektmanager, einen PR Manager oder einfach einen “der sich um dieses Internet kümmern soll”. Aber Social Media Manager klingt einfach schöner. Das Berufsbild wird dadurch massiv verwässert.

Tellerrand

Auf der anderen Seite habe ich oft den Eindruck, dass Social Media Manager oft auch noch in ihrer eigenen Blase leben. Ein guter Social Media Manager muss auch anderen digitale Disziplinen in den Grundzügen beherrschen. Er muss wissen, wie sich Google+ auf Suchmaschinenergebnisse auswirkt, wie Homepages mit Social Media-Funktionen angereichert werden können oder wie man Twitter in der PR einsetzen kann. Viele Social Media Manager verwechseln aus meiner Sicht aktuell noch Social Media mit der Pflege eines Kanals. Das klingt ein wenig nach dem oft zitierten “Social Media ist nicht Facebook”, meint aber noch mehr. Social Media ist nicht die Pflege von sozialen Kanälen sondern ein in eine Marketingstrategie eingewebter Prozess.

Diese beiden Punkte, nämlich die von Unternehmen unscharf definierten Aufgabenbereiche und auf Mitarbeiterebene eine aus meiner Sicht in manchen Fällen falsch ausgelebte Identifikation mit dem Berufsbild, wird dafür sorgen dass in einigen Unternehmen auch eine Social Media Manager Position wegfällt. Das sind dann aber oftmals aus meiner Sicht die Fälle, wo sich herausstellt dass der Jobtitel irgendwie unpassend war – und das wiederum wird dem Berufsbild gut tun.

Unabhängig davon ob wir in fünf Jahren noch über Social Media Manager sprechen oder das ganze Web 3.0-Experte, Cyberspace Manager oder Social Network Manager heißt – das Berufsbild bleibt. Wenn ich wetten müsste, würde ich aber darauf setzen dass in fünf Jahren Unternehmen immer noch Social Media Manager suchen. Und dann sicherlich auch mit einer klareren Begriffsabgrenzung zu anderen digitalen Disziplinen.

 

2 Responses to “Das Berufsbild des Social Media Managers stirbt NICHT”

  1. Sandy

    (8) Toller Beitrag! Sprichst mir aus der Seele. Wünsche dir weiterhin gute Ideen für die nächsten Posts. ;-)

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