Ein Gott und die Welt Blog

Community Camp 2013: Die Netzrunde blickt zurück

Das Blog-Team der Netzrunde war natürlich mehrfach bei einem der Barcamp Highlights 2013 live dabei. In diesem Beitrag möchten wir auf ein gelungenes Barcamp zurückblicken – und das aus den verschiedenen Blickwinkeln der Teilnehmer. Der Beitrag wird in den nächsten Tagen durch die Eindrücke weiterer Netzrunde-Blogger ergänzt werden.

Persönliche Eindrücke

Paul

Das #ccb13 war mein zweites Community Camp. Nach dem rundum gelungenen #ccb12 war ich mit sehr hohen Erwartungen nach Berlin gefahren und sie wurden erfüllt. Besonders hervorzuheben war auch in diesem Jahr wieder die tolle und freundschaftliche Stimmung. Obwohl das Camp mit 300 Teilnehmern (ich schätze ca. 200 waren am ersten Tag gleichzeitig anwesend) mehr als voll war, hatte man stets das Gefühl sich in einer familiären und freundschaftlichen Atmosphäre zu bewegen. Neben den tollen Sessions (dazu später mehr) waren meine Highlights ganz klar die beiden Abende. Am Freitagabend fand man sich in größerer Runde bereits in einer Bar ein, Samstag in noch größerer Runde ebenfalls. Auch hier war die Stimmung toll und ich bin wirklich stolz, in so einem tollen Berufsbild zu arbeiten.

An der Stelle daher von mir persönlich schon einmal Danke an die Organisatoren, man kann sich nur annähern vorstellen wie viel Arbeit in all dieser Planung steckt. Zwei kleine Quoten-Kritikpunkte müssen trotzdem erlaubt sein: Die Verpflegung war letztes Jahr tatsächlich deutlich besser, gerade Samstagabend war es deutlich zu wenig Auswahl und auch generell für die große Zahl der Teilnehmer. Das hatte dazu geführt, dass die Party früh gesprengt wurde und man sich auf verschiedene Restaurants verteilte. Auch über das Format der Vorstellungsrunde sollte man einmal nachdenken, bei über 200 Personen hat sich das wirklich lange hingezogen – aber diese Diskussion gibt es ja schon lange. Am Ende sind das beides aber nur Details – die Organisation war schlichtweg großartig und nahezu an der Perfektion.

Community Camp 2014: Ich komme!

Christian

Nach dem großartigen 2012er Camp bin ich genau wie Paul wieder voller Vorfreude nach Berlin gefahren – und wurde nicht enttäuscht. Schon Freitags beim Warm-Up wusste ich, dass ich angekommen war: Endlich normale Leute! Besonders hervorzuheben ist die durchweg hohe fachliche Kompetenz von allen Besuchern des Community Camps. Schon bevor es Samstag morgen endlich losgehen sollte waren zahlreiche Freunde aus der Branche begrüßt und etliche Fachgespräche geführt. Was mich persönlich auch sehr gefreut hat war die Tatsache, dass das komplette Social Media Team meines Arbeitgebers zusammen anreisen konnte.

Samstag Morgen – Start des #ccb13. Wie bei allen Barcamps ging es auch hier mit der obligatorischen Begrüßungsrunde los. Hier teile ich die Meinung von Paul; bei 200+ Teilnehmern kann man sich nicht jeden einzelnen Besucher merken, zudem wenn man keinen direkten Blickkontakt zu dem sich gerade vorstellenden Kollegen hat. Vielleicht wäre es ja auch einmal eine Option, die Begrüßungsrunde in die erste Session zu verlagern? Klar, man lernt nicht jeden kennen, dafür aber die Teilnehmer in dieser ersten Session um so intensiver. Der Samstag Abend war von guten Diskussionen bei einem leckeren Berliner Pilsener geprägt – ein Aspekt, den ich ja bei jedem Barcamp schätze und für mich gleichbedeutend neben den einzelnen Session steht.
Der Qualitätssonntag: Wieder viele tolle Session, die das Thema Social Media und digitale Kommunikation aus den unterschiedlichsten Perspektiven beleuchtete. Leider ging es um kurz nach 14.00 Uhr für uns Hannoveraner schon wieder los Richtung Heimat. Eines hat mir das CommunityCamp deutlich gezeigt: Das Veranstaltungsformat Barcamp ist nach wie vor sehr lebendig! Und auch von mir ein dickes DANKESCHÖN an die sensationelle Organisation!

Was soll ich sagen? #ccb14 – auch ich werde dir treu bleiben!

Sascha

Das ccb13 war nicht mein erstes Barcamp, sondern eines von vielen, welches ich in den letzten Jahren besuchen durfte. Trotzdem wird dieses eine spezielle Barcamp aber immer rot in meinem Kalender markiert und das liegt nicht nur daran, dass es vor drei Jahren mein erstes war.

Auf dem Community Camp in Berlin wird jedes Jahr auf´s neue eine wahnsinnige Energie frei, die auf der Expertise jedes einzelnen Teilnehmers beruht. Neulinge werden dabei immer herzlichst aufgenommen, was die familiäre Stimmung nur noch verstärkt. Man merkt nun, dass ich sehr dafür schwärme.

Ein Barcamp muss man erlebt haben, die tausenden Eindrücke in einen Blogeintrag zu packen, wird dem absolut nicht gerecht. Geht selbst hin, auch wenn es nicht das ccb ist, Barcamps lohnen sich! :)

Wiebke

Die Arbeit als Social Media Manager ohne den Besuch von Barcamps ist für mich unvorstellbar. Wo sonst kann man sich so frei über aktuelle Neuerungen, Fragen oder Erfahrungen austauschen. Und erst in dieser ungezwungenen Atmosphäre fallen so absolut wunderbar weise Perlen wie: “Zähle nicht die Leute, die du erreichst, sonder erreiche die Leute, die zählen” (gesagt von @mundtgerecht), werden spannende Diskussion geführt, gehen Themen auch gerne Mal mehr in die Tiefe als nur oberflächlich zu kratzen.

Wobei für mich ein Schatz nicht nur in den Sessions liegt, sondern gerade in den Treffen beim abendlichen Get together oder in der Mittagspause bei der Nudelbar. Dort erfährt man, wie Social Media in andere Unternehmen integriert ist oder vom Erfahrungsbericht eines Gründers oder von einem neuen spannenden Tool, das bald auf den Markt kommt.

Müde, beseelt und mit Einhorn-Freundebuch fährt man Sonntags nach Hause und weiß: ccb14, ich komme.

Sessions

Die Sessions des #ccb13 findet ihr hier. In dem folgenden Zeilen möchten wir die von uns besuchten Sessions zusammenfassen

Quo Vadis Facebook? (Rückblick von Paul)

Zu meiner eigenen Session werde ich noch einen Blog-Beitrag verfassen, der dann hier verlinkt wird.

Quo Vadis Facebook? (Rückblick von Christian)

Paul hat hier ordentlich mit einigen immer noch weit verbreiteten Klischees im Facebook-Marketing aufgeräumt. Facebook wird nicht sterben, Facebook ist für Unternehmen nicht kostenlos und Facebook ist immer noch das Epizentrum erfolgreichen Social Media Marketings. Besonders gefallen hat mir die Feststellung, dass Facebook wie kein anderes Netzwerk der digitalen Kommunikation auch sozial verwurzelt ist. Nie zuvor ist es einem Medienformat gelungen die sozialen und zwischenmenschlichen Beziehung derart nachhaltig zu verändern und die Distanz zwischen Unternehmen und Kunde zu überwinden. Da sind wir auch schon am nächsten Punkt: Facebook ist Service. Wer seinen Kunden nicht zuhört und ihnen nicht antwortet bzw. das Social Web nur als Vertriebskanal betrachtet wird nicht erfolgreich sein. Wird aber guter Service geboten, dann ist das Unternehmen auch in der Lage die eigenen Sales-Aktivitäten via Social Media zu unterstützen.

Spiegelei und Spinat (Rückblick von Paul)

Die Session von Michael Praetorius (der einen unglaublich unterhaltsamen Vortragsstil hat) trug einen sehr mysteriösen Titel. Dahinter verbarg sich dann eine interessante Diskussion rund um Video-Produktion. Zunächst erklärte Michael, worauf man bei Erklärvideos (und natürlich generell auch Erklärungen) als Präsentator achten soll. Hier kommt der Titel der Sessions ins Spiel: Als Beispiel dafür diente ein einfache Erklärung zur Zubereitung von Spiegel und Spinat. Danach gab Michael noch Tipps zu einer kostengünstigen Videoproduktion, beispielsweise mit Hilfe von iPhones und Beispiele für den Einsatz im Unternehmen. Hat mir alles sehr gut gefallen!

LBS Potenziale am POS (Rückblick von Paul)

Die Session wurde von Nastasja Heuer und Christian Schwinden (bloggt ja auch hier) gehalten und befasste sich mit der Gegenwart und Zukunft von Location Based Services. Die Präsentation lieferte hervorragende Grundlagen  für eine spannende Diskussion. Dabei wurden viele Themen angeschnitten, beispielsweise das Google selbst einer der unterschätzten LBS ist und wie es eigentlich mit foursquare weitergeht. Christian selbst wird hier bestimmt den besten Überblick liefern. Alles in allem eine sehr gelungene Session und für mich eines der Highlights in diesem Jahr.
Hier geht es zu Christians Rückblick zu seiner Session: Location-based services – Marketingpotenziale am POS (Session #ccb13) 

Social Media Moderation im Unternehmen (Rückblick von Paul)

Oliver Karstedt lieferte einen sehr gut vorbereiteten Überblick über die Unterschiedene der Organisation von Community Management im Unternehmen. Mit dabei waren mein Arbeitgeber (Rossmann), sowie simyo und der ADAC. Das war auch für mich sehr spannend und machte wieder einmal klar: Die perfekte Struktur für ein CM gibt es nicht, sie muss vielmehr angepasst werden.

Der BVCM (Rückblick von Paul)

Am Sonntagmorgen folgte eine Session, in der sich der Bundesverband für Community Management (dem ich auch angehöre) vorstellte. Viel gibt es dazu nicht zu sagen, Infos zum BVCM findet man auf der passenden Webseite. Ich kann aber jedem in unserem Berufsfeld nur wirklich empfehlen, dort beizutreten.

Pornoseiten und was wir von ihnen lernen können (Rückblick von Paul)

Die wohl best-besuchteste Session auf dem Camp wurde wieder von Michael Praetorius gehalten. Es war auch sicher das erste (belehrt mich gerne eines besseren) mal, das auf einem Barcamp vor dutzenden Teilnehmern eine Stunde lang auf YouPorn gesurft wurde. Thematisch ging es dabei eigentlich darum, was wir von den Betreibern lernen können: Beispielsweise war die Industrie beim Thema Mobile vorne mit dabei, die großen benötigten Kapazitäten benötigen auch eine entsprechende Serverstruktur und auch die starke Verlinkung unter den Portalen ist beeindruckend. Parallel wurde dann auch über Nutzungsverhalten von Frauen und anderen Themen diskutiert – in jedem Fall die unterhaltsamste und lustigste Session dieses Jahr.

Wie kostenlos ist Facebook? (Rückblick von Paul)

Die Session von Stefan Evertz befasste sich mit dem Thema Facebook und das liebe Geld. Stefan hat vorab eine (natürlich nicht ganz repräsentative Umfrage) unter Seitenbetreibern gemacht. Dabei wurde das Adbudget und noch ein paar andere Dinge abgefragt. Interessant dabei waren vor allem zwei Dinge: Die meisten Seiten investieren kein oder extrem wenig Geld in Facebook-Ads. Und noch viel überraschender: Über 50% haben auch gar kein Interesse daran. Das zeigt am Ende meiner Meinung nach, dass viele sich noch nicht damit abgefunden haben, dass Facebook eben nicht kostenlos ist. Doch daran müssen wir uns gewöhnen, auch in meiner Session habe ich ja über das Thema gesprochen.

Wie kostenlos ist Facebook? (Rückblick von Christian)

Inhaltlich hat Paul schon alles gesagt. Mir bleibt nur zu ergänzen, dass meiner Meinung nach nicht nur Viele sich noch nicht damit abgefunden haben, dass Facebook nicht kostenlos ist. Vielmehr existiert auch immer noch das Bewusstsein, dass Facebook tatsächlich kostenlos wäre. Geschürt wird das zum einen durch wie Pilze aus dem Boden sprießende “Social Media Agenturen” ohne jegliche Erfahrungen, andererseits ist mit Ad-Management natürlich auch nicht viel Bares beim Kunden zu holen.

Community Manager Selbsthilfegruppe (Rückblick von Christian)

Gerne habe ich mit meinen Kolleginnen aus dem Burgwedeler Community Management die schon institutionalisierte Session von Manuela Braun besucht. Wie schon 2012 ging es hier um die kleinen Wehwehschen eines jeden CMs und die Besonderheiten der betreuten Communities und angemessene Reaktionen. Natürlich alles unter dem Siegel der Verschwiegenheit, an das auch ich mich halten werde. Nur ein kurzes Zitat einer meine Kolleginnen will ich ergänzen: “Wir leben in einer Erdbeerwelt!”

Weapons of Choice? (Rückblick von Christian)

Ein kurzer und gelungener Überblick über die verschiedensten Tool im Social Web von Monica Zaldivar. Der Fokus lag eher auf der privaten Nutzung der einzelnen Dienste und der Vorstellung der einzelnen Features. Für mich war nicht viel Neues dabei, die Session wird aber für andere Teilnehmer sicher sehr interessant gewesen sein.

Blogger Relations – wer will was (Rückblick von Wiebke)

Blogger Relations ist ein komplexes Feld, schließlich läuft das Wichtigste – Kontaktaufname, Beziehungspflege, Absprachen und Umgang – für Externe im Verborgenen statt und man bekommt somit nur das Endergebnis zu sehen: einen Beitrag auf dem Unternehmensblog oder aber dem Blog des Angesprochenen. Doch wie kommt man dahin, was darf man fordern, was darf der Blogger fordern und welche Fragen stellen sich dabei noch? Die Session zum Thema Blogger Relations hat gezeigt, dass hier durchaus noch viel Diskussionsbedarf ist und auch sehr konträre Meinungen vorhanden sind. Die Session hat mich dazu animiert, zu dem Thema einen Blogbeitrag zu verfassen, der in den kommenden Tagen online gehen wird.

Vorweg genommen seien jedoch zwei Perlen aus der Session. Zur Frage, wie man denn einen Blogger anspreche, fiel der sehr kluge Satz: “Blogger Relations fängt bei dem Punkt an, dass ich mir Mühe gebe, den Blogger persönlich kennen zu lernen.” So klug dieser Satz auch ist, so zeigt er doch auch schon auf, dass Blogger Relations nicht mal eben so und nebenbei betrieben werden sollten, sondern viel Zeit brauchen und vor allem langfristig gedacht werden sollten.

Schließlich kam in der Session die Frage auf, ob wir mit dem Begriff Blogger Relations nicht eigentlich zu kurz denken würden. Schließlich gilt es heute nicht nur Beziehungen zu Bloggern aufzubauen, sondern auch zu Twitter-Nutzern mit großer Followerschaft, Instagrammern, YouTubern und und und. Sei hier nicht also eher von Influencer Relations zu sprechen? Inwieweit gelten dabei jedoch die Regeln für Blogger Relations auch für Influencer Relations – sollte man YouTuber gleich wie Blogger ansprechen? Für die nächsten Barcamps und Blogposts ist das ein, wie ich finde, absolut spannendes Thema.

Sessions, die ich gerne besucht hätte: (Rückblick von Christian)

Wie immer gab es auch einige sicherlich hervorragend Sessions, für die die knappe Zeit nicht reichte. Beispiele sind Ingo ( mit “Was ihr schon immer über Changemanagement wissen wolltet”, Porno von @praetorius, Best of Support von Pamela, Enterprise 2.0 & informelles Lernen von @katharina01099 oder “Arbeitsvorgänge mit IFTTT automatisieren von @gestalterhuette & @tmmd. Und viele viele andere….

Fazit & Linksammlung

Abschließend möchten wir hier noch einmal den Organisatoren und Sponsoren (vor allem den Hauptsponsoren Motortalk, gutefrage.net, Holidaycheck, yourfone, buw digital und Rossmann danken.

Außerdem verlinken wir hier alle bekannten Beiträge zum Community Camp 2013. Falls euer Link fehlt, postet ihn am besten einfach in den Kommentaren – wir ergänzen ihn dann.

8 Responses to “Community Camp 2013: Die Netzrunde blickt zurück”

  1. Frank

    Hey Paul, danke für die tolle Rekapitulation zum #ccb13 und deine Hinweise an die Orga, die wir gern aufnehmen. Merci auch noch mal für eure großartige Unterstützung und die kreativen Sponsoring-Ideen. So machts Spaß! Bis bald, Frank

    Antworten

Hinterlasse eine Antwort

Basic HTML is allowed. Your email address will not be published.

Subscribe to this comment feed via RSS