Ein Gott und die Welt Blog

Ein Aufruf zu mehr Branchen-Organisation

Unser Berufsfeld – egal ob Social Media Manager oder Community Manager – gibt es jetzt schon seit mehreren Jahren. Es ist (zumindest dem Alter nach) den Kinderschuhen entwachsen und festigt sich langsam. Wenn man aktuell auf stepstone.de nach “Social Media” sucht findet man fast 2.000 Treffer: Mitarbeiter, die sich haupt- oder zumindest teilweise um soziale Netzwerke kümmern sind keine Seltenheit mehr.

Wir müssen erwachsen werden

Das Problem: Nur weil unser Berufsbild erwachsen wird, wird es leider nicht automatisch professioneller. Dafür müssen wir alle etwas tun und dazu beitragen.

Meckern hilft nichts

Jeden Tag sehe ich im Netz Kommentare zum Zustand der Branche, manchmal rutschen sie mir selbst auch raus: “Diese Marke kann noch nicht mit Social Media umgehen”, “diese Agentur macht eine schlechte Beratung für ihre Kunden” oder “diese Stellenausschreibung für einen Social Media Manager ist unglaublich schlecht”. Wer sieht das? Wir untereinander. Was hilft dieses Kritik-Dauerfeuer der Branche? Wenig.

Ein Aufruf zur Mitgestaltung

So lange wir uns in unserem eigenen Dunstkreis bewegen und drehen, wird sich daran nichts ändern. Eine Branche professionalisiert sich nicht von selbst. Eine Möglichkeit das zu ändern, findet gerade schon statt: Viele von uns sind Botschafter in ihren Unternehmen, Botschafter bei ihren Kunden, Botschafter bei Kollegen, Botschafter bei Vorträgen oder Botschafter in Einzelgesprächen. Das Problem: Diese Überzeugungsarbeit verliert schnell an Dauerhaftigkeit. Schon oft habe ich es erlebt, dass jemand begeistert von einem Vortrag über Social Media kommt. Wenige Tage später kommt dieser Jemand in seinem eigenen Alltag  dann wieder auf dem analogen Boden der Realität an. Durch dieses Vorgehen als Einzelkämpfer und Einzelüberzeuger vergeben wir viele Möglichkeiten, nutzen unsere Meinungsmacht nicht aus und verzetteln uns in Details.

Gemeinsam geht es besser

Viel besser geht es gemeinsam. So machen es andere Branchen, egal ob der Deutsche Fruchthandelsverband, der Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland oder der Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren. Wir eine solche Interessensvertretung auch: Den BVCM. Oft höre ich in Gesprächen “Was bringt mir das?”. Dem naturgemäß schon sehr vernetzten Social Media Manager kann man aktuell da nur entgegnen: “Auf den ersten Blick sehr wenig”. Warum? Die anderen Verbände sorgen für eine stärkere Vernetzung der Mitglieder, was ein großer Vorteil für diese ist. Und hier sind wir bei unserem “Problem: Ein Yogalehrer freut sich, wenn er über seinen Verband endlich einmal Berufskollegen trifft. Auch die deutschen Fruchthändler sind sicherlich nicht in einer Facebook-Gruppe organisiert und treffen sich auf Barcamps. Wir schon. Und deshalb denken wir, dass wir schon vernetzt sind. Das sind wir auch – aber eben nur nach Innen.

Um auch nach Außen zu wirken und damit auch unsere Branche endlich in der Außenwirkung professioneller zu gestalten müssen wir gemeinsam auftreten. Und zwar als starke Gruppe – die wir mittlerweile sind. Genau das ist das Potential, dass der BVCM bringt. Wie jeder Verein ist er aber auch  auf ehrenamtliches Engagement angewiesen. Was bringt das dem Einzelnen? Bis auf den Austausch mit Kollegen (den wir oft schon haben) eher wenig. Was bringt es uns als Berufskollegen? Mittelfristig sehr viel: Unser Berufsbild wächst und wird professioneller – und sichert damit auch unsere Zukunft!

Also ein konkreter Aufruf: Anstatt nur den aktuellen Zustand an Einzelbeispielen zu kritisieren, ändert etwas. Werdet Mitglied im BVCM, engagiert euch und gestaltet die Zukunft unseres Berufsbildes und unserer Branche mit.

Disclaimer: Ich bin selbst aktives Mitglied des erweiterten Vorstandes des BVCM, das aber natürlich ehrenamtlich und ohne wirtschaftliches Interesse. Darum war mir dieser Beitrag auch eine Herzensangelegenheit.

 

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