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Fünf Tipps für den Weg zum Social Media Manager

Fünf Tipps auf dem Weg zum Social Media Manager

Es fällt mir in letzter Zeit immer stärker auf und kommt öfter vor – ich treffe sie auf Barcamps, bei Veranstaltungen, auf Stammtisch oder über die digitalen Kanäle: Menschen die auch etwas mit „Social Media“ machen wollen. Wenn ich mit anderen Berufskollegen darüber spreche, stelle ich meistens fest, dass ich da keine Ausnahme bin.

Oft werden wir Social Media-Berufler also gefragt, wie man in den Job kommt. Grund genug für mich meine Gedanken dazu einmal in einem Blog-Beitrag niederzuschreiben.

Ein kleiner Disclaimer

Die hier dargelegten Tipps sind meine Empfehlungen für alle, die in das Berufsfeld neu einsteigen möchten. Es ist keinenfalls ein Abbild der Ausbildungsrealität der aktuellen Branche, denn das kann man nur sehr schwer erstellen. Wenn ich links und rechts schaue – egal ob in meinem Team oder in anderen – gibt es (noch) nicht den klassischen Weg eines Social Media- oder Community Manager. Sie kommen von Studium oder haben eine Ausbildung gemacht. Sie kommen aus der PR, vom Marketing oder aus ganz anderen Bereichen. Nichtsdestotrotz bin ich überzeugt, dass man als Neueinsteiger mit einigenTipps seine Chancen auf einen Job in der Branche deutlich erhöhen kann.

Unser Berufsalltag. Oder: Was ihr können müsst

Aufräumen mit einem Vorurteil: Den ganzen Tag „auf Facebook surfen“

Wer gerne was mit “Social Media” machen möchte, weil er da den ganzen Tag in sozialen Netzwerken und im Netz surfen kann – der hat falsche Vorstellungen von dem Berufsbild. Ja: Wir sind den ganzen Tag online. Wer sich allerdings davon ablenken lässt, ist in dem Job falsch.

Auf der anderen Seite gehört es aber auch zum Beruf dazu sich zu vernetzen und selbst – auch privat – in den Social Media-Kanälen aktiv zu sein. Man muss Neuerungen in allen Netzwerken mitverfolgen und immer auf dem aktuellsten Stand sein. Wenn ein Arbeitskollege mich beispielsweise auf ein neues Feature in Netzwerk x anspricht, ich aber keine Ahnung davon habe was er meint, brauch ich mich nicht wundern, wenn meine eigene Reputation intern darunter leidet.

Kurzum: Wir befinden uns in unserem Berufsbild in einer ständigen Balance zwischen privater Nutzung und klarem Jobfokus. Wer diese Freiheiten als Freibrief für Freisurfen interpretiert, wird in dem Job nicht glücklich werden und keine Erfolge verzeichnen können.

Trennung Job / privat

Das geht fließend in den nächsten Punkt über. Ich bin in meiner Arbeitseinstellung ohnehin ein Mensch, der es in Ordnung findet, wenn sich berufliches und privates (bis zu einem gewissen Punkt hin) vermischen. Dazu kann man stehen wie man will – wenn man was Social Media macht, sollte man damit kein großes Problem haben. Natürlich surfen wir alle auch einmal zwangsweise privat in unserem Job. Es lässt sich nicht vermeiden, dass man im Facebook-Newsstream ein Foto eines Freundes sieht oder dass man privat angeschrieben wird.

Auf der anderen Seite schaut jeder Berufskollege – der es zu etwas gebracht hat – auch nach Feierabend und am Wochenende einmal auf die Kanäle seines Arbeitgebers. Nicht weil er die ganze Zeit arbeitet, sondern weil er mit Leidenschaft dabei ist. Gute Social Media Manager besuchen Barcamps in ihrer Freizeit, engagieren sich in Verbänden wie dem BVCM und das Wichtigste: Sie sind für andere im Zweifel auch als Privatperson der Anprechpartner für das eigene Unternehmen. Sie stehen zu ihrem Arbeitgeber und müssen dies meiner Meinung nach nach Außen noch mehr tun, als die meisten anderen Arbeitnehmer.

Davon abgesehen ist man nur wenige Berufsbilder so vernetzt wie in der deutschen Social Media Szene. Ich habe vorher im Gamesbereich PR gemacht, dort ist es ähnlich. Durch die noch relativ überschaubare Größe dieses deutschen Berufsfeldes, kennt man sich oft auch persönlich. Das ist im Social Web ähnlich. Verstärkt wird es da noch dadurch, dass wir uns alle auch direkt online auf allen Kanälen vernetzen.

Das führt zu meinem Ausgangspunkt: Ist ein Social Media Stammtisch dann privat oder beruflich? Ist ein Barcamp beruflich oder privat? Ist mein Engagement im BVCM Freizeit oder Arbeit? Aus meiner Sicht ist es beides, weil meine Identität als Social Media Manager für mein Unternehmen und ich als Privatperson eng verwoben sind und – zumindest ich (und das höre ich auch von anderen oft) – auch viele Freunde gefunden habe, die zuerst Branchenkollegen waren.

Multitasking

Eine weitere Fähigkeit, die man meiner Meinung nach mitbringen muss, ist die Fähigkeit zum Multitasking. 25 Kommentare auf der Facebook-Seite, 2 neue Tweets an das Unternehmen, 5 private Facebook-Nachrichten, ein Anruf und 18 E-Mails. Guten Morgen. Wer jetzt daran denkt, dass alles der Reihe nach abzuarbeiten wird schnell merken, dass das nicht geht. Denn das Internet macht keine Pause – ständig muss man seine Aufgaben unterbrechen und kurz etwas anderes machen. Sich in einen Raum einschließen um drei Stunden konzentriert an einer Präsentation oder einem Text zu basteln, ist in der Regel nicht möglich. So erlebe ich meinen Berufsalltag und die Gespräche mit vielen Kollegen bestätigen das.

Wie ihr eure Chancen erhöht – Erfolgsfaktoren für den Einstieg in die Branche

Das zu den Anforderungen. Abschließend fünf Tipps, wie ihr meiner Erfahrung und Meinung nach eure Chancen für einen erfolgreichen Berufseinstieg erhöhen könnt. Diese entsprechen meinen bisherigen Erfahrungen, ich freue mich aber natürlich über weitere Ergänzungen und euer Feedback!

#1: Ausbildung

Ein immer wieder kontrovers diskutiertes Thema ist die Frage nach einem Studium und der passenden Ausbildung. Brauche ich als Social Media Manager zwingend einen Studienabschluss? Nein. Erhöht es meine Chancen, Fuß bei einem Arbeitgeber zu fassen? Ja! Also: Studiert oder bildet euch fachlich weiter. Idealerweise etwas mit Wirtschaft, Kommunikation, Medien und Menschen – die Priorisierungen liegen bei euch und euren Interessen. Ein gewisses Grundverständis von IT und Programmierung schadet meiner Erfahrung nach auch nicht. Das bedeutet aber nicht, dass ihr programmieren können müsst.

#2 Praxis, Praxis, Praxis

Der Markt ist voll von den bereits zitierten Personen, die etwas „mit Social Media“ machen wollen. Fragt man sie dann nach ihren Erfahrungen, gibt es meistens keine. Natürlich kann ich als Student oder Azubi selten nebenbei die Social Media-Strategie eines Unternehmens aufbauen. Das erwartet aber auch keiner.

Sucht euch ein Projekt. Macht euren eigenen Blog und schreibt – über euer Studium, eure Auslandsaufenthalte oder eure Hobbies. Fragt euer Fitnessstudio oder eure Lieblings-Dönerbude, ob ihr ihre Facebook-Seite betreuen könnt und sammelt Erfahrungen. Damit zeigt ihr nämlich, dass ihr wirklich mit Leidenschaft dabei seid und sammelt schon einmal unbezahlbare Erfahrungen im Umgang mit den verschiedenen Kanälen.

#3: Selbstdarstellung

Ein Begriff, der oft in abwertenden Zusammenhängen verwendet wird – die Selbstdarstellung. Es geht aber nicht darum, euch ein großes Ego zu besorgen bzw. euch im Web feiern zu lassen, sondern um die Pflege eurer privaten Profile in den Social Networks. Wenn ihr das Social Media-Team eines Unternehmens oder einer Agentur verstärken wollt und kein Profil in den gängigen Kanälen habt, ist das kein Pluspunkt. Das heißt nicht dass ihr extrem aktiv auf allen Kanälen sein müsst – aber ihr sollt wissen von was ihr sprecht.

Und egal ob es in einer Stellenbeschreibung explizit angesprochen wird: Gebt eure Social Media-Profile in der Bewerbung an und schaut natürlich vorher, dass sie entsprechend gepflegt sind.

#4: Passion

Ich glaube darauf befinden sich in meinem Beitrag schon genügend Anspielungen, aber ich möchte diesen Punkt dennoch noch einmal explizit anführen. Wer nicht 150% Lust auf den Job hat und das auch zeigt, der wird es schwer haben, sich von der Masse abzuheben. Ein guter Social Media Mensch, ob in einem Unternehmen oder einer Agentur, merkt sofort ob der Bewerber mit Leidenschaft dabei ist oder nicht.

#5: Vernetzen

Einer der wichtigsten Punkte: Vernetzt euch in der Branche! In kaum einem Bereich ist es so einfach, Kontakte zu knüpfen – wir sind alle online und erreichbar! Folgt den Meinungsführern, schaut euch an welche Unternehmen aktiv sind und vernetzt euch mit den Ansprechpartnern. Jetzt natürlich keine Massen-XING-Anfragen raussenden, aber schauen auf welchen Veranstaltungen (klare Empfehlungen: Barcamps) man für euch spannende Personen kennenlernen kann. Ansonsten unterstreicht das nur noch einmal Punkt #3: Vernetzung kann eben auch online stattfinden. Nutzt das für euch aus.

 

4 Responses to “Fünf Tipps für den Weg zum Social Media Manager”

  1. Alexander Drebs

    Hi Paul,

    guter Artikel, der meiner Ansicht nach viele wichtige Punkte enthält. Kleiner Hinweis: Unter Punkt #1 soll es vermutlich heißen “programmieren können müsst” ;)

    Best,
    Alex

    Antworten
    • Paul Baumann

      Hi Alex, danke! Auch für den Hinweis, habe ich direkt geändert.

      Grüße
      Paul

      Antworten
  2. Benedikt Schäfer

    Vielen Dank für die guten Tipps! Eine Sache, an die ich mich am Anfang erst gewöhnen musste, war der Schritt in die Öffentlichkeit. Wenn man im Social Web aktiv ist, wird man ja unvermeidbar zur (halb-)öffentlichen Person. Diese Teilöffentlichkeit der eigenen Persönlichkeit immer mitzudenken ist ein Lernprozess.

    Antworten
    • Paul Baumann

      Hallo Benedikt, absolut das ist eine ziemliche Umgewöhnung. Zudem vermischt sich ja (wie geschrieben) dann das berufliche Leben mit dem Privaten. War auch für mich eine ziemliche Umgewöhnung.

      Antworten

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